70 Jahre Engagement für die Jugendarbeit in Niederbayern
Mit einem feierlichen Empfang und zahlreichen Gästen aus Politik, Jugendverbänden, Jugendringen und ehemaligen Wegbegleiter*innen hat der Bezirksjugendring Niederbayern am Samstag im Anschluss an seine Herbst-Vollversammlung sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Der Bezirksjugendring blickte dabei auf sieben Jahrzehnte engagierter Arbeit als Fachstelle für Jugendarbeit in Niederbayern zurück – und zeigte zugleich eindrucksvoll, wie moderne Jugendarbeit heute aussieht.
Im großen Saal der Jugendbildungsstätte Windberg begrüßte der ehemalige Vorsitzende Johannes Schlieter zunächst feierlich die Gäste. In seinem Grußwort betonte er den besonderen Wert der demokratischen Strukturen in der Jugendarbeit: „Das Kriegsende 1945 bedeutete auch das Ende der nationalsozialistischen Jugendpolitik. Erst der Aufbau demokratischer Strukturen machte wieder freie Jugendarbeit möglich“, erinnerte Schlieter. „Vor diesem Hintergrund war die Gründung des Bezirksjugendrings 1955 Teil eines größeren Aufbruchs – getragen von Ehrenamtlichen, die Verantwortung für junge Menschen übernehmen wollten.“
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich würdigte in seinem Grußwort die langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Bezirk und dem Bezirksjugendring. Er betonte insbesondere die Bedeutung des Zusammenspiels von Haupt- und Ehrenamt: „Kontinuität und ehrenamtliches Engagement greifen ineinander, schaffen verlässliche Strukturen und ermöglichen neue Impulse. Wir erleben derzeit eine neue Geschwindigkeit des gesellschaftlichen Wandels“, führte Heinrich weiter aus. „Der Bezirksjugendring fungiert hier als Frühwarnsystem: Er macht Brennpunkte sichtbar und erinnert uns immer wieder daran, dass wir in vielfältige Angebote und sichere Räume – im eigenen Verein, am eigenen Ort – investieren müssen, für eine Zukunft in Frieden und Freiheit.“
Einen lebendigen Rückblick auf sieben Jahrzehnte Bezirksjugendring präsentierte Geschäftsführerin Anne Waechter. Anschaulich zeichnete sie nach, wie konsequent sich der Bezirksjugendring an den Lebensrealitäten junger Menschen orientiert und sein Angebot über die Jahrzehnte immer wieder weiterentwickelt hat. Sie spannte dabei den Bogen von den anfänglichen Jugendskitagen über die Eröffnung der ersten beiden niederbayerischen Jugendzentren bis hin zur gemeinsamen Entwicklung eines Niederbayerischen Jugendprogramms mit dem Bezirk. Auch der kontinuierliche Aufbau der Geschäftsstelle einschließlich der schrittweisen Etablierung hauptberuflicher Stellen prägte die Entwicklung maßgeblich.
Aktuell widmet sich der Bezirksjugendring – neben klassischen Kernaufgaben wie der politischen Bildung – verstärkt dem Thema psychische Gesundheit und entwickelt ergänzend zu bewährten Tagungsformaten auch digitale Angebote für seine Zielgruppen.
Gleichzeitig nutzte Waechter den festlichen Rahmen, um sich nach mehr als 23 Jahren als Geschäftsführung des Bezirksjugendring von den Anwesenden zu verabschieden. Der Vorstand hatte bereits in der vorausgegangenen Vollversammlung ihr prägendes Wirken gewürdigt und sich für ihr außergewöhnliches Engagement für die niederbayerische Jugendarbeit bedankt. Auch der Bezirkstagspräsident hob in seiner Rede ihren großen Beitrag und die vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor.
Anna Gmeiner, Mitglied des Landesvorstands des Bayerischen Jugendrings, ließ im Namen des BJR ebenfalls Glückwünsche zum Jubiläum überbringen und dankte Anne Waechter für ihre langjährige, engagierte Arbeit.
Ein besonderer Schwerpunkt des Bezirksjugendrings liegt auf der Medienfachberatung, die als zentrale Ansprechpartnerin für aktive Medienarbeit in Niederbayern fungiert. Zu ihren Projekten zählen etablierte Formate wie das 19. Jugendfilmfest, das am 29. November in Straubing stattfindet, sowie neue Workshopangebote zu aktuellen Themen wie Künstliche Intelligenz und Fake News. Drei interaktive Workshop-Stationen präsentierte die Medienfachberatung im Rahmen der Jubiläumsfeier – darunter eine virtuelle Reise zu Sehenswürdigkeiten in Niederbayern mit VR-Brillen, ein Green-Screen-Fotostudio sowie eine „Fake or Real“-Ausstellung, bei der Gäste historische Fakten rund um den Bezirksjugendring auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen konnten.
Während des Rahmenprogramms nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Darunter befanden sich neben dem ersten hauptamtlichen Geschäftsführer des Bezirksjugendrings Benno Hofbrückl auch ehemalige Vorstandsmitglieder wie die frühere Vorsitzende Claudia Schön, die stellvertretende Vorsitzende Eleonore Kellner und das Vorstandsmitglied Stefan Gruber. Über das Wiedersehen in großer Runde freuten sich auch die ehemaligen Medienfachberaterinnen Karolina Böhm und Eva Opitz. Zum Kreis der Gratulant*innen gehörten außerdem Renate Wasmeier, Bezirksrätin und Beauftragte des Bezirks für den Bezirksjugendring, Martin Holzner, Direktor des Instituts für Jugendarbeit in Gauting, sowie Thomas Schneider und Christian Schreiner von der Jugendbildungsstätte Windberg.
„70 Jahre Bezirksjugendring Niederbayern zeigen, wie lebendig Jugendarbeit ist, wenn sie sich immer wieder an den Lebenswelten junger Menschen orientiert“, sagte die am Samstag frischgewählte Vorstandsvorsitzende Stefanie Denk, die in der Vergangenheit schon einmal Vorsitzende des Bezirksjugendring war. „Dieses Engagement wollen wir auch in Zukunft fortsetzen – gemeinsam mit unseren Partnern in der haupt- und ehrenamtlichen Jugendarbeit und im Bezirk.“
Hier kommt man direkt zum TV-Beitrag von Niederbayern-TV: 70 Jahre Bezirksjugendring
Hier entlang zum Presseartikel: Pressetext zur 70-Jahr-Feier aus dem Straubinger Tagblatt vom 20.11.2025